Interview
Thomas Grand, COO und Vertriebsleiter bei Samp, erklärt uns, wie dieses Start-up Industrieunternehmen dabei unterstützt, ihre Industrieanlagen zu modernisieren, zu warten und zu betreiben, indem es auf Digitalisierung und die Leistungsfähigkeit künstlicher Intelligenz setzt.
Samp ist in erster Linie das Ergebnis der Begegnung zweier Menschen. Können Sie uns mehr darüber erzählen?
Thomas Grand: Ja, es ist das Ergebnis der Begegnung zwischen Laurent Bourgouin und Shivani Shah, dem CEO bzw. der CTO von SAMP. Laurent war fast 20 Jahre lang in der Industrie tätig und stellte fest, dass es in der Schwerindustrie ein wiederkehrendes Problem gab: die Diskrepanz zwischen dem tatsächlichen Zustand einer Anlage und den Dokumenten, die diese beschreiben. Diese Diskrepanz führt zu großer Ineffizienz und kann auch Unfälle verursachen. Shivani ist ihrerseits Expertin für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Sie arbeitete zuvor bei der CEA und strebte danach, ihre Kompetenzen in den Dienst von Anwendungen zu stellen, die unmittelbare Auswirkungen haben. Aus ihrer Begegnung entstand SAMP mit dem Ziel, Technologien der künstlichen Intelligenz einzusetzen, um die Inkonsistenz und Diskrepanz zwischen der Realität an Industriestandorten und der sie betreffenden Dokumentation zu beheben.
Was ist das Versprechen von SAMP?
Thomas Grand: Einen positiven Einfluss auf die Industrie auszuüben, um sie sicherer, effizienter und leistungsfähiger zu machen – in einem Kontext, in dem die Dekarbonisierung voranschreitet und es unerlässlich ist, die industriellen Anlagen so schnell wie möglich umzugestalten und weiterzuentwickeln, um den Klimawandel zu bekämpfen. Und dafür ist der erste Schritt, auf einen klaren Überblick und ein klares Verständnis des tatsächlichen Zustands der Fabriken zählen zu können.

Was bietet SAMP konkret an?
Thomas Grand: SAMP bietet ein Webportal, über das Industrieunternehmen zwei Arten von Informationen hochladen können: Dokumente, die den Zustand ihrer Industrieanlage beschreiben, und Realitätsaufnahmen, also einen 3D-Scan ihrer Fabrik. Dieser tatsächliche Zustand wird von einem optischen Gerät erfasst: einer Kamera oder einem LiDAR-System, das in Smartphones oder Tablets integriert oder an Drohnen montiert ist. Diese Informationen werden anschließend auf unser Portal hochgeladen, und unsere künstliche Intelligenz verknüpft sie, um Unstimmigkeiten zwischen den Dokumenten und dem tatsächlichen Zustand der Fabrik aufzuzeigen. SAMP wird den Industrieunternehmen den digitalen 3D-Zwilling ihrer Anlage zur Verfügung stellen, um die Arbeit aller Teams zu optimieren, die an großen Projekten zur Umgestaltung und Modernisierung von Anlagen oder an der Instandhaltung von Fabriken beteiligt sind.

Wo stehen Sie heute? Was sind die nächsten Schritte?
Thomas Grand: SAMP wird von mehreren französischen Unternehmen eingesetzt, um die Instandhaltung ihrer Standorte zu verbessern und die Umsetzung ihrer Modernisierungsprojekte zu erleichtern. So nutzt beispielsweise SUEZ im Wassersektor SAMP, um die Anlagenverwaltung seiner Kunden zu verbessern. STORENGY, der Gasspeichersparte von ENGIE, nutzt unsere Lösung, um Wartung und Sicherheit zu verbessern und Modernisierungsarbeiten zu optimieren, damit neue Gase wie Biomethan oder Wasserstoff genutzt werden können, die eine Dekarbonisierung des Gasgeschäfts ermöglichen.
Wir unterstützen auch unsere französischen Kunden, die Anlagen außerhalb des Landes betreiben, und streben ab 2023 eine internationale Expansion an, insbesondere im Vereinigten Königreich und in Nordamerika.
Wir sind derzeit etwa fünfzehn Mitarbeiter, und dank einer Kapitalbeschaffung in Höhe von 4 Millionen Euro verstärken wir unsere Teams bereits Ende dieses Jahres, um unsere weltweiten Entwicklungsziele weiterzuverfolgen, unsere Position in Frankreich zu festigen und insbesondere Akteure zu unterstützen, die im kritischen Bereich der Versorgungsnetze (Wasser, Gas…) tätig sind.
Einsatz von Technologien der künstlichen Intelligenz zur Behebung von Unstimmigkeiten und Diskrepanzen zwischen der tatsächlichen Situation an Industriestandorten und der sie betreffenden Dokumentation
Die Quelle des Artikels ist das EVOLEN Magazine, verfasst von Frau Houda Gharbi




